Kurzgeschichten Lavenue Paris
Venedig von oben

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Kurzgeschichten zum Entspannen

Eine interessante Kurzgeschichte über den Anflug auf Venedig.

Faszinierende Eindrücke aus der Vogelperspektive

 

Anflug auf Venedig

Venedig, eine wunderbare Stadt …
Mein Mann schlug irgendwann vor mit einem Billig-Flieger nach Venedig zu fliegen. Ich fand die Idee hervorragend und so buchten wir für 19.90 Euro zwei Flüge an einem Septemberwochenende von Köln nach Venedig. Übernachten wollten wir im Sofitel, da wir beruflich auch oft in ‚Sofitel’-Hotels übernachteten und wir den gehobenen Standard dieser Hotels sehr mochten.
Der Flug ging donnerstagabends von Köln ab. Das Einchecken und Warten am Kölner Flughafen war im Vergleich zu anderen Flügen sehr angenehm. Der Abflugterminal schien neu gebaut zu sein und wies eine schlichte Eleganz auf.
Diesmal wurden wir nach der Sicherheitskontrolle nicht in einen geschlossenen Raum verwiesen, sondern konnten uns noch in den Bereichen vor den Gates bewegen. Wir wählten zwei Sitze, von denen man die Startbahn und die ankommenden und abkommenden Flüge gut beobachten konnte. Über Lautsprecher wurde eine sehr angenehme, leise, entspannende Musik gespielt. Ein Luxus, den ich zuvor auf anderen Flughäfen noch nie erlebt hatte und als eine besonders positive Neuerung schätzte.
Die Musik war derart angenehm, dass ich mich im Sessel ausruhend zurücklehnte und ihr lauschte. Mit der untergehenden Sonne, entstand eine wunderbare Stimmung.  In der Luft lag der Duft von einem überaus gut riechenden Parfum. Wahrscheinlich eines dieser in den Duty-free-Shops gekauften und sofort getesteten Geschenke. Es war sehr angenehm, wohlriechend und unterstrich nur positiv die angenehme Atmosphäre.
Die Sonne tauchte das Flugfeld in ein warmes, gelbes Licht. Sie schimmerte leicht auf den Tragflächen der Flugzeuge. Es war sehr interessant die startenden Flugzeuge zu beobachten. Sie fuhren mit einer enormen Geschwindigkeit über die Startbahn und hoben dann ganz leicht ab stiegen in einem geringen Winkel empor, machten nach einer gewissen Zeit eine Kurve und waren schließlich nicht mehr zu sehen.
Hinter der Landebahn war ein Wald zu erkennen, der sich bereits in seinem goldgelben Herbstkleid zeigte und von der Sonne zum förmlichen Leuchten gebracht wurde. Die Bäume bewegten sich ein wenig im Wind und mit ihren herbstlich gefärbten Blättern passten sie zu der Abendstimmung. Ich genoss die Aussicht und beobachtete, wie die landenden Flugzeuge langsam ausrollten und zu den Gates fuhren. Es war interessant und zugleich entspannend nach einem anstrengenden Arbeitstag. Der Duft, die Musik und die untergehende Sonne stimmten mich auf Urlaub ein. Ich war gespannt auf den Flug und genoss die Atmosphäre.
Nach einem Flug durch ein Gewitter war meine Begeisterung zu fliegen sehr eingeschränkt. Da ich allerdings einen Flug nach Jersey gut überstanden und mich der Blick auf Paris so fasziniert hatte, war ich mutig genug. Neugierig auf wieder faszinierende Aussichten auf die Erde und neugierig auf die Stadt Venedig.
Der Flieger gehörte zu den mittlerweile titulierten „gelben Taxis“ und kam mit etwas Verspätung an. Beim Borden verlief alles sehr ruhig und diszipliniert.
Wir bestiegen die Maschine, in der uns am Eingang eine nette Stewardess empfing. Es gab ein "free boarding’", was bedeutete, dass die Sitzplätze frei wählbar waren. Wir wählten zwei Plätze am Fenster im hinteren Bereich. Es wurde ebenfalls eine sehr angenehme Musik gespielt.  Nachdem alle Passagiere an Bord waren, wurden die Türen geschlossen und die Maschine setzte sich in Richtung Startbahn in Bewegung.


Pünktlich um 19.00 Uhr, wie geplant, hoben wir ab.
Der nette Herr, der sich neben uns niederließ, schien die Strecke öfter zu fliegen. Er machte einen sehr gelassenen Eindruck, sah überaus italienisch aus und verhielt sich so, wie ich mich jeden Tag verhalte, wenn ich zwischen Köln und Frankfurt im ICE pendle. Eben sehr gelassen und relaxend. Während andere die Fahrt mit 300 Stundenkilometer in der Stunde als etwas Besonderes erleben, ist es für mich mittlerweile schon zur Gewohnheit und etwas Alltägliches geworden.
Da ich glaubte meine Flugangst betäuben zu müssen, bestellte ich mir nach dem Start einen Rotwein, bei den mit gelben T-Shirts bekleideten Stewardessen, die überaus hübsch aussahen und außerordentlich liebenswert waren. Die kleine Flasche Wein war am Kopf mit einer weißen Papierservierte umwickelt. Der Wein schmeckte für einen Rotwein sehr gut. Er roch sehr samtig, schmeckte vollmundig und war nicht zu schwer. Vor allem entspannte er mich.
Der Himmel war wolkenlos und somit konnte man die Erde von oben gut betrachten. Wir flogen Richtung Osten und mit fortschreitender Entfernung nahm die Dämmerung zu. Die Lichter der Städte wurden deutlicher und wirkten sehr interessant. Wir näherten uns einer größeren Stadt, die an einem größeren Fluss lag. Es musste Frankfurt sein. Ich versuchte anhand der Darstellung des Fluges auf einem kleinen Bildschirm zu erahnen über welche Stadt wir flogen. Die Lichter schienen sehr klein und vermittelten ein angenehmes Gefühl. Wir unterhielten uns angeregt über unsere Arbeit und ich merkte nicht, wie die Zeit verging.
Der Herr neben mir war mittlerweile eingeschlafen. Es war immer wieder interessant aus dem kleinen Fenster zu blicken und die Lichter der Städte zu beobachten. Sie wirkten wie kleine Diamanten von unterschiedlicher Größe und Helligkeit, die man willkürlich hingestreut hatte. Sie bildeten unterschiedliche Formationen und manchmal glaubte man auch einen Stern zu erkennen. Der Flug war sehr ruhig und angenehm.
Mit einer Rechtskurve meldete sich der Kapitän „Crew take seat for landing, please!“. Wir waren also schon im Anflug auf Venedig. Aus dem Flugzeugfenster war eine Stadt zu sehen. Deutlich erkennbar war auch das Meer. Landeinwärts fiel der Blick auf ein Gebirge, die Dolomiten. Was wir sahen, war das "Veneto". Es erstreckt sich von den Dolomiten im Norden zur Ebene der venezianischen Lagune im Süden und ist eine der schönsten Regionen Italiens.
Nachdem sich die Tragflächen des Flugzeuges wieder in einer weitestgehend horizontalen Position befanden, schienen wir langsam die Landebahn anzusteuern. Vereinzelte kleine Lichter tauchten im Dunkeln plötzlich auf. Das mussten Fischerboote auf dem Meer sein. Es sah fantastisch aus.
Kaimauern waren zu sehen. Eine in grellgelbem Licht getauchte Straße war zu sehen, auf der vereinzelt Autos fuhren und die auf einem Damm im Wasser zu verlaufen schien..
Die Straße war nur wenige Meter von unserem Flugzeug entfernt und sehr deutlich zu erkennen. Die Autos schlängelten sich wie eine Raupe auf der Straße, eingetaucht in dem gelblichen Licht der Straßenlaternen, die die Straße wie eine Kette säumten. Die Aussicht hatte schon einen Hauch von Venedig, dachte ich.
Am Abend zu fliegen ist sehr interessant. Die Atmosphäre, die ich entgegennahm, war überaus positiv.
Wir kamen dem Wasser im Sinkflug immer näher. Es vermittelte immer mehr den Eindruck von Venedig. Die Stadt im Wasser, könnte man sagen. Die auf dem Wasser befindlichen kleinen Boote waren deutlich zu erkennen. Das Meer hatte eine sehr warme, dunkle Farbe. Es schimmerte leicht. Wir flogen ganz sanft und ruhig, als würden wir dahin schweben. Im Flugzeug war es sehr ruhig geworden und ich konnte aufmerksam die Umgebung beobachten. Plötzlich war die Startbahn zu sehen und nach einem kurzen Moment hatten wir aufgesetzt. Die Ruder der Tragflächen stellten sich nach oben und das übliche Geräusch des Gegenschubes war zu hören. Wir waren gelandet und rollten langsam dem Flughafengebäude entgegen, das ebenfalls in einem gelben Licht eingetaucht war
Der Anflug auf Venedig im Dunkeln war allein die Reise schon wert.
Nachdem wir das Flugzeug nach der Landung über die Gangway verlassen hatten, stiegen wir in die Busse, die auf dem Rollfeld die aussteigenden Passagiere aufnahmen. Die Luft war wunderbar. Klar, warm und angenehm. Es wehte ein leichter Wind. Im Bus entstand unter den Passagieren eine Unterhaltung …  (Fortsetzung in der Geschichte ‚Hotel Sofitel’)


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